30 Jun

Buchvorstellung: A Society of Intervention – Eine Interventionsgesellschaft, 5. Juli 2017

Buchvorstellung

A Society of Intervention – Eine Interventionsgesellschaft
Ein Essay über Konflikte in Afghanistan und anderen militärischen Interventionen

Mittwoch, 05. Juli 2017, 16.00 Uhr – 18.00 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin
Weitere Informationen

Mit:
Dr. Michael Daxner, Professor der Soziologie, Freie Universität Berlin, Deutschland
Thomas Ruttig, Direktor, Afghanistan Analyst Network, Deutschland

Militärische Interventionen aus humanitären Gründen sind ein Normalfall internationaler Politik. Oft sollen sie Frieden erzwingen, wo ein Staat nicht mehr in der Lage ist, seine Konflikte zu regulieren; häufig dienen sie auch der Auswechslung von Regierungen, Verfassungen oder dem Schutz von Minderheiten oder ausgegrenzten Teilen der Bevölkerung. Interventionen sollen Konflikte in einem Land beenden oder einhegen. Aber sie bringen auch selbst Konflikte mit sich. Aus diesen entstehen neue Gesellschaftsformen, die sog. Interventionsgesellschaften. Deutschland war an der Schaffung einer sehr typischen Interventionsgesellschaft im Kosovo beteiligt (ab 1999) und hat sich massiv an der Intervention in Afghanistan nach 2001 beteiligt. Damit übernimmt Deutschland politische Verantwortung und praktische Haftung für das intervenierte Land. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung zu wissen, was in der afghanischen Gesellschaft, aber auch bei uns geschieht, wenn wir uns an derartigen Interventionen beteiligen.

In Afghanistan können wir die verschiedenen Erscheinungsformen und Ausprägungen einer Interventi-onsgesellschaft besonders gut studieren. Michael Daxner beschreibt in diesem Essay die Situation einer Gesellschaft, die in allen Teilen durch die Intervention betroffen und gezeichnet ist. Unter anderem analysiert er, warum und wie eine neue Mittelschicht entsteht, die weder authentisch afghanisch noch importiert westlich ist, sondern eben „neu“ aus der Erfahrung von Gewalt und Krieg entsteht und sich von anderen Klassen, Eliten oben und Arme unten, absetzt. Dabei kommen Themen wie Urbanisierung, Säkularisierung und Widersprüche in der Kommunikation zur Sprache.

Sprache: Deutsch
Eine Anmeldung ist nicht notwendig

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit Freie Universität Berlin

Information:
Thorsten Volberg, Asien-Referat, Heinrich-Böll-Stiftung, E-Mail, volberg@boell.de, Telefon 030 – 285 34 -364

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