27 Sep

The Poetry Project

Das Poetry Project, initiiert von Susanne Koelbl, Afghanistan-Kennerin und Auslandskorrespondentin des Spiegel, geht in seine nächste Runde. Es können sich jetzt lyrik- und schreibbegeisterte Jugendliche für die neuen Schreibgruppen anmelden, ebenso wie Schulen, die sich als Mentoren oder Gastgeber beteiligen möchten.

Auszug aus der Broschüre zu „The Poetry Project“

(mehr Informationen gibt es unter http://thepoetryproject.de/)

„Acht Monate lang trafen sich allein nach Europa gefluchtete 14- bis 18-jährige Jugendliche aus Afghanistan und Iran immer wieder mit ihren Poesie-Mentoren in Berlin. Sie verfassten Verse uber Todesangst, Fremdheit und Sehnsucht, und ihre Geschichten geben einen seltenen Einblick, wie sie den Krieg erleben und warum sie ausgerechnet hierher, in die Bundesrepublik fluchteten, aber auch, wie sie uns sehen, die Deutschen. Entstanden sind sehr persönliche Zeilen, die zeigen, dass unter den Trummern des Krieges die poetische Seele einer Jahrhunderte alten Hochkultur lebt, schön und unzerstört, auch in dieser jungen Generation.

Mit den von ihnen vorgetragenen, beruhrenden Texten vermitteln die jungen Autoren ein einzigartiges, authentisches Erlebnis. Viele Jugendliche sind Opfer von Gewalt geworden, aber sie repräsentieren auch die Schönheit einer stolzen Kultur, der es in diesen Zeiten nicht gut geht. Wir wollen dafur werben, ihnen zuzuhören, den Blick fur sie zu öffnen und
ihre positiven Potentiale zu fördern.

Durch die persönlichen Texte, die durch die Kunstform des Gedichts gleichzeitig Distanz erlauben, kommen sich deutsche Burger und Neuankömmlinge näher. Sie lernen die jeweiligen Lebenshintergrunde kennen. Der größte Gewinn fur alle liegt in der sich unweigerlich einstellenden Empathie. Das Konzept ist eine fur den Schulbetrieb und andere Integrations-Initiativen angepasste Form unseres Poetry Projects, wie es seit einem Jahr von einer privaten, multinationalen Berliner Gruppe praktiziert wird (www.ThePoetryProject.de). Das Konzept lässt sich mithilfe der mitgelieferten Lehrmaterialien unkompliziert umsetzen und ist viersprachig verfugbar – in Deutsch, Englisch, Persisch und Arabisch.“

 

 

Zielgruppen
• Geflüchtete Jugendliche, besonders die unbegleiteten Minderjährigen
• Schuler*innen von Willkommensklassen und Schuler*innen regulärer Klassen
• Lehrer*innen und Multiplikator*innen
• Eltern mit und ohne Fluchthintergrund und Nachbar*innen von Neuankömmlingen
• Integrations-Aktivist*innen
• Sozialpädagog*innen der Betreuungseinrichtungen
• NGOs
• u.ä.

Ziele
• Kontakte schaffen, Beziehungen knüpfen und Mentor*innen fur gefluchtete Jugendliche oder ganze Familien finden
• Fremdheit uberwinden, Ängste und Vorbehalte abbauen, Integration vorantreiben
• regelmäßige Begegnungen von deutschen und gefluchteten Jugendlichen in der Schreib-Werkstatt
• zivilgesellschaftliches Engagement wecken
• die geflüchteten Jugendlichen erleben Teilhabe und Wertschätzung
• die geflüchteten Jugendlichen finden einen authentischen Selbstausdruck und werden von Objekten der Betreuung zu selbstbewussten Akteuren der Einwanderungsgesellschaft
• die geflüchteten Jugendlichen erfahren psychische Entlastung durch das Schreiben
• die Texte der Jugendlichen werden veröffentlicht und bilden damit einen
wichtigen Beitrag zur Dokumentation der historischen Fluchtjahre 2015 und 2016

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