12 Nov

Werkstattgespräch, 29.11.2017: Psychosoziale Hilfe für Geflüchtete in Deutschland

Einladung zum Werkstattgespräch


Mittwoch, 29. November 2017, um 19:00 Uhr


Café Rizz, Grimmstr. 21, 10967 Berlin

Psychosoziale Hilfe für Geflüchtete in Deutschland

Schlafstörungen, Wut, Gewalterfahrungen, Trauer und Angst – Angst um Angehörige und Angst um die eigene Zukunft. Mit diesen Belastungen müssen Menschen auf der Flucht umgehen. Auch in Deutschland. Doch für Asylsuchende sowie Migrantinnen und Migranten gibt es hierzulande kaum psychosoziale Hilfsangebote.

Als im Herbst 2015 täglich Tausende Flüchtlinge nach Deutschland kamen, musste sich ärzte ohne grenzen die Frage stellen, ob die Organisation in dieser Situation auch in einem reichen Industrieland eine Rolle zu spielen hat. Ist ein Projekt in Deutschland wirklich sinnvoll? Ja, denn die psychosoziale Versorgung von Asylsuchenden ist wichtig und wird leider oft vernachlässigt. Deshalb hat ärzte ohne grenzen im März 2017 in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus „St. Josef“ in Schweinfurt ein Modellprojekt ins Leben gerufen. Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln, ob das in zahlreichen Flüchtlingslagern weltweit bewährte Modell psychosozialer Hilfe auch in Deutschland funktioniert, und ob es den Menschen, die in ihrer Heimat und auf der Flucht mit traumatischen Erlebnissen konfrontiert waren, die dringend benötigte Unterstützung bringt.

Das Modell basiert auf speziell geschulten psychosozialen Beraterinnen und Beratern, die selbst vor einiger Zeit geflohen sind. Mit ähnlichen Fluchterfahrungen und aus ähnlichen Kulturkreisen kommend, betreuen sie die Asylsuchenden in ihrer eigenen Sprache. In Einzelgesprächen und Gruppensitzungen finden die Asylsuchenden einen geschützten Raum, um über ihre Belastungen zu sprechen und zu lernen, besser damit umzugehen. ärzte ohne grenzen will mit dem Projekt auch auf die unzureichende psychologische Versorgung von Geflüchteten in Deutschland hinweisen und Organisationen und Behörden hierzulande anregen, ähnliche Programme zu starten.

Henrike Zellmann, Psychologin und Projektleiterin, wird uns von ihren Erfahrungen und den Herausforderungen des Modellprojekts berichten.
Moderation: Philipp Frisch (Leiter der Advocacy Unit von ärzte ohne grenzen)

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