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Antrag auf Hilfe für junge Volljährige

Da bei weitem nicht alle Jugendlichen Vormünder erhalten, die einen Asylantrag für sie stellen, werden sie teilweise noch in den Notunterkünften („Clearinghäuser“) volljährig.  Die persönliche Entwicklung, das in der Kindheit und/oder auf der Flucht erlebte bzw. falsche Altersangaben oder fehlerhafte Altersschätzungen führen dazu, dass viele gerade Volljährige weiterhin Jugendhilfe benötigen. Dazu muss ein Antrag auf Hilfe für junge Volljährige nach § 41 SGB VIII gestellt werden, idealerweise bereits zwei Monate vor dem Geburtstag.

 

Der Jugendliche beantragt selbst

Der Jugendliche ist verpflichtet, den Antrag selbst zu stellen. Das kann beispielsweise als kurzer handschriftlicher Brief auf deutsch oder in der Muttersprache passieren. Es empfielt sich, in zweiterem Fall eine Übersetzung beizulegen. Der Antrag muss an das von der Senatsverwaltung zugewiesene Bezirksjugendamt gestellt werden. In der Regel werden die Bezirkjugendämter zwar aus dem Geburtsmonat abgeleitet, hohe Arbeitsbelastung bestimmter Jugendämter können allerdings auch zu anderen Zuständigkeiten, etwa nach dem ersten Buchstaben des Nachnamens, führen (Übersicht unterhalb). Das zugewiesene Bezirksjugendamt muss bei der Senatsverwaltung erfragt werden. Wurde keines zugewiesen und ist auch keine Zuweisung in Sicht, bleibt Ehrenamtlichen und Betreuern oft nichts anderes übrig, als initiativ das wahrscheinlich verantwortliche Jugendamt anzuschreiben und telefonisch nachzuhalten, dass der Antrag entweder bearbeitet oder an die richtige Stelle weitergeleitet wird.

Die Hilfe wird vom Bezirksjugendamt gewährt, wenn der Jugendliche noch nicht alleine in der Lage ist, einen Haushalt zu führen und ein Leben selbständig verantwortungsvoll zu führen. Es macht deshalb Sinn, dem Antrag bereits Einschätzungen der Schule, der Betreuer und möglicherweise der Ehrenamtlichen beizulegen, die mit dem Jugendlichen gearbeitet haben.

 

Der Bedarf wird im Gespräch ermittelt

Auf den Antrag hin findet ein Erstgespräch beim Jugendamt statt, indem der Verantwortliche den Jugendhilfebedarf ermittelt. In der Regel wird ein Dolmetscher hinzugezogen. Oft trifft das Amt eine solche Entscheidung im Team. Am Ende des Gesprächs oder im Nachgang erhält der Jugendliche ein Formular, mit dem die Kostenübernahme durch das Jugendamt für eine ambulante, begleitende Unterstützung oder eine Unterbringung in einem betreuten Wohnen offiziell beantragt wird.

Zuständiges Bezirksjugendamt

Bezirk Geburtsdatum Buchstabe
Mitte Januar K
Friedrichshain-Kreuzberg Februar B
Pankow März A, E, F, J
Charlottenburg-Wilmersdorf April C, H
Spandau Mai D
Steglitz-Zehlendorf Juni G, U, V
Tempelhof-Schöneberg Juli I, M, N
Neukölln August R, T
Treptow-
Köpenick
September L, O, Q,
Marzahn-Hellersdorf Oktober P, S – Schu
Lichtenberg November Schv – Sz
Reinickendorf Dezember