Voraussetzungen für eine Vormundschaft

Für den Jugendichen ist in der Regel das Familiengericht zuständig, das den Wohnort verantwortet. Wenn bereits ein Vormundschaftsverfahren für den Minderjährigen geführt wurde und er oder sie zwischenzeitlich umgezogen ist , kann die Zuständigkeit jedoch abweichen. In diesem Fall gibt es ein Geschäftszeichen, über das das zuständige Amtsgericht in jeder Registratur der Gerichte erfragt werden kann.

Prüfung durch das Gericht

Das Familiengericht, das für den Wohnort des Minderjährigen zuständig ist, prüft die Eignung des potenziellen Vormunds auf Basis des Antrags, eigener Nachforschungen und eines persönlichen Gesprächs auf Vorladung.  Um den Antrag stellen zu können, ist lediglich ein  erweitertes Führungszeugnis nötig. Das Dokument kann über die Träger in den Clearinghäusern, über die Caritas oder über Träger wie Volkssolidarität Berlin beantragt werden und landet nach ein bis zwei Wochen im Briefkasten des potenziellen Vormunds. Auch Bürgerämter stellen erweiterte Führungszeugnisse aus.

Aus der Erfahrung heraus lässt sich sagen, dass die wichtigsten Voraussetzungen für eine Vormundschaft Ausdauer bei Schriftwechsel, ein gewisser Ordnungssinn im Hinblick auf den entstehenden Dokumentenordner sowie Durchhaltevermögen für nachfragende Anrufe bei Ämtern und Gerichten sind. Es sind keine besonderen Sprachkenntnisse vorgeschrieben. Die Erfahrung zeigt, dass es für vorbereitende Gespräche  möglicherweise zu Anfang einen Übersetzer braucht. Wer sich aber zu Anfang Zeit für die Gespräche nimmt und sich von den teils kruden Übersetzungen von Google Translate nicht aus der Ruhe bringen lässt, erlebt in der Regel hochmotivierte Jugendliche, die in Windeseile Deutsch lernen. Für eine Vormundschaft ist kein Nachweis eines Einkommens oder Ähnliches notwendig, da keine wirtschaftliche Verantwortung für den Mündel entsteht.